Geistliche Gemeinschaft

Selbst kirchliche Insider können immer wieder überrascht sein, welche Vielfalt von Orden und geistlichen Gemeinschaften innerhalb der katholischen Kirche existieren. Gerade im 18. und 19. Jahrhundert entstanden viele unterschiedliche Ordensgemeinschaften, die sich meist den sozialen Fragen ihrer Zeit annahmen.
Im 20. Jahrhundert und insbesondere in der Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil entstand ein neuer Typ innerkirchlicher Organisationen, die „Neuen Geistlichen Gemeinschaften“ (NGG). Solche Gemeinschaften zeichnen sich meist dadurch aus, dass sie auch Paaren und Familien eine Heimat bieten, daneben aber auch Zweige für ehelos lebende Menschen und insbesondere Priester ausgebildet haben.
Zu diesen NGG gehören z.B. die Fokolare, verschiedene Charismatische Bewegungen oder das Neokatechumenat.

Sicherlich haben viele BewohnerInnen von Badenstedt schon einmal die Aktivitäten des „Neokatechumenats“ und ihre Werbung für Katechesen (Glaubenskurse) mit großen Plakaten in der Christkönig-Gemeinde kennen gelernt.
Diese in Spanien von einem Künstler gegründete Gemeinschaft möchte Menschen durch Glaubensverkündigung zu einer Vertiefung ihres Christseins führen. Die Begegnung mit Glaubenswegen anderer Menschen spielt dabei eine zentrale Rolle und wird in eigenen Gottesdienstformen und öffentlich formulierten Glaubenszeugnissen ermöglicht.
Sicher wird mancher angesichts der missionarischen Ausrichtung solch einer Gemeinschaft, ihrer kirchlichen Verortung oder ihren Gottesdienstformen neben dem Gemeindeleben Skepsis anmelden. Doch gerade das oftmals starke persönliche Engagement der Mitglieder, wie auch die Lebendigkeit des Gemeinschaftslebens können beeindrucken und haben in den letzten Jahrzehnten zu einer starken Förderung dieser Ansätze durch viele Bischöfe geführt. Für unsere Gemeinden im Westen Hannovers ist mit dem Neokatechumenat eine Möglichkeit entstanden, etwas vom Charme der katholischen Weltkirche wahrnehmen zu können.